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Osterseen: Die schönsten Flecken am Fünfseenland entdecken

Die Osterseen-Umrundung sind nur 11 km und 50 Höhenmeter – doch wer sie für einen Spaziergang hält, steht um 15 Uhr erschöpft am Parkplatz. Warum die Route im Naturschutzgebiet unterschätzt wird und was kaum eine Wanderbeschreibung verrät.

Osterseen: Die schönsten Flecken am Fünfseenland entdecken

Osterseen: Warum die Umrundung kürzer ist, als fast alle denken

Knapp 11 Kilometer. Rund 2,5 Stunden Gehzeit. Und trotzdem treffe ich jedes Jahr im Frühsommer mindestens eine Gruppe, die um 15 Uhr am Parkplatz in Iffeldorf steht und völlig erledigt wirkt. Nicht, weil die Strecke zu lang wäre. Sondern weil sie die Osterseen für einen gemütlichen Spaziergang gehalten haben.

Die Osterseen sind kein einzelner See. Es ist ein Gewirr aus mehr als 20 kleinen und größeren Wasserflächen, südlich des Starnberger Sees, verteilt zwischen Iffeldorf und Seeshaupt. Wer sie umrundet, wandert durch ein Naturschutzgebiet, das seit 1981 unter Schutz steht und zu den eindrucksvollsten Zeugen der letzten Eiszeit in Oberbayern gehört. Und ja, das türkisblaue Wasser sieht an manchen Tagen aus, als hätte jemand die Karibik nach Bayern verschoben.

Nur: Diese Karibik ist ein Moor- und Wasserschutzgebiet. Das hat Konsequenzen, die in kaum einer Wanderbeschreibung stehen. Darüber später mehr.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die klassische Umrundung misst ca. 11 km mit nur 50 Höhenmetern — technisch einfach, konditionell unterschätzt
  • Gehzeit: rund 2,5 Stunden reine Wanderzeit, mit Pausen realistisch 3 bis 4 Stunden
  • Sie laufen fast nie direkt am Ufer entlang — der Weg führt meist durch Wald und an Mooren vorbei
  • Empfohlene Richtung: im Uhrzeigersinn, Start am besten am Angerweg in Iffeldorf
  • Wer den Fohnsee auslässt, spart etwa 30 Minuten
  • Ein breiter Zwillingskinderwagen muss an einer schmalen Brücke getragen werden

Die Umrundung: Route, Richtung, Realität

Die gute Nachricht zuerst: Sie brauchen keine besondere Ausrüstung, keine Kondition wie ein Bergsteiger und keine Karte, wenn Sie sich halbwegs orientieren können. Die Wege sind durchweg gut, meist Forststraßen und einfache Pfade, ohne nennenswerte Steigungen.

Die Umrundung: Route, Richtung, Realität

Wie lange läuft man um die Osterseen?

Die Umrundung dauert etwa 2,5 Stunden bei einer Länge von knapp 11 Kilometern. Das gilt für die Variante, die den Fohnsee mitnimmt — und die sollten Sie mitnehmen. Die Höhenmeter liegen bei rund 50 im Auf- und Abstieg, verteilt über die gesamte Strecke. Technisch ist es eine einfache Wanderung, konditionell reicht mäßige Fitness.

Und jetzt das Aber. Diese 2,5 Stunden sind reine Gehzeit. Wer an einem Sonntag im Juni um zehn Uhr losläuft, wird nicht um halb eins zurück sein. Die Osterseen sind an schönen Wochenenden voll. Sehr voll. Ich habe an einem Pfingstmontag mal 25 Minuten für die letzten 800 Meter zum Parkplatz gebraucht, weil auf dem schmalen Weg zwischen zwei Seen einfach kein Durchkommen war. Planen Sie an solchen Tagen lieber vier Stunden ein und nehmen Sie es gelassen.

Wo starten und in welche Richtung?

Startpunkt: Angerweg, 82393 Iffeldorf. Das ist die Adresse, die Sie ins Navi tippen können, und der meistgenutzte Einstieg.

Richtung: gegen den Uhrzeigersinn, also mit dem Fohnsee zuerst. So haben Sie die Sonne später im Rücken und die engeren Passagen früher hinter sich.

Wer mit der Bahn anreist, steigt in Iffeldorf aus und läuft von dort zum Einstieg. Das ist kein Umweg, sondern der natürliche Beginn.

Der Kinderwagen-Hinweis, den kaum jemand erwähnt

Die Strecke ist familientauglich, auch mit Kinderwagen. Fast überall. An einer schmalen Brücke zwischen Fohnsee und Campingplatz wird es allerdings eng — breite Modelle, etwa Zweisitzer, müssen dort kurz getragen werden. Helfende Hände sind laut meiner Erfahrung fast immer in Reichweite, aber verlassen sollte man sich nicht darauf.

Osterseen Karte: warum Sie sich nicht aufs Handy verlassen sollten

Es gibt einen Grund, warum so viele Menschen nach einer Osterseen Karte suchen: Das Gebiet ist unübersichtlicher, als es von außen wirkt. Zwischen den einzelnen Seen liegen Moorflächen, Schilfgürtel und Privatgrundstücke. Nicht jeder Trampelpfad führt dahin, wo er zu führen scheint.

Welche Karte funktioniert?

Die offizielle Wanderkarte des Gebiets bekommen Sie in Iffeldorf, ebenso in vielen Unterkünften der Umgebung. Digital funktionieren die üblichen Wander-Apps zuverlässig, solange Sie vorher die Karten für die Region herunterladen. Das Netz ist zwischen den Seen nämlich löchrig.

Mein Rat, nach zwei Anläufen mit vollem Akku und leerem Empfang: Karten vorher offline speichern. Klingt banal. Ist es auch. Bis es nicht mehr banal ist.

Was die Karte nicht zeigt

  • Abschnittsweise Sperrungen für den Naturschutz, teils saisonal und nicht dauerhaft ausgeschildert
  • Uferbereiche, die Sie nicht betreten dürfen — das Gebiet ist Lebensraum für Wasservögel, Amphibien und seltene Pflanzen
  • Badeverbote in einzelnen Bereichen; wer einfach dem türkisblauen Wasser folgt, landet schnell dort, wo er nicht soll
  • Der tatsächliche Zustand nach Starkregen — manche Moorpassagen werden dann matschig und rutschig

Kurz gesagt: Die Karte zeigt Ihnen den Weg. Die Beschilderung vor Ort zeigt Ihnen, ob Sie ihn gehen dürfen.

Einkehrmöglichkeiten an den Osterseen

Hier wird die Auswahl dünner, als man denkt. Das Gebiet ist Schutzgebiet, entsprechend wenig Gastronomie liegt direkt an der Strecke.

Einkehrmöglichkeiten an den Osterseen

Die naheliegendste Option ist das Waldhaus am Fohnsee. Es liegt so günstig, dass es praktisch zum Standardstopp der Umrundung geworden ist. Wer den Fohnsee auslässt, lässt damit auch die bequemste Einkehr liegen — ein Punkt, den man vorher wissen sollte.

Was Sie trotzdem einpacken sollten

Wasser. Mindestens einen Liter pro Person. Zwischen den Seen gibt es lange Abschnitte ohne jede Möglichkeit, etwas zu kaufen. Ich habe mehr als einmal Leute gesehen, die am letzten Drittel mit leerer Flasche dastanden und ziemlich unglücklich wirkten.

Und eine Kleinigkeit zu essen. Nicht, weil die Strecke so anstrengend wäre. Sondern weil Sie an einem der Ufer sitzen werden, das Wasser anschauen und froh sein werden, etwas dabei zu haben.

Die Osterseen im Vergleich: welche Variante passt zu Ihnen?

Variante Länge Gehzeit Geeignet für
Vollständige Umrundung mit Fohnsee ca. 11 km ca. 2,5 h Familien, gemütliche Wanderer, Kinderwagen
Umrundung ohne Fohnsee ca. 30 Min. kürzer ca. 2 h Wer wenig Zeit hat oder die Einkehr auslässt
Halbe Strecke mit Umkehr individuell 1–1,5 h Kurzer Ausflug, Spaziergang am Nachmittag
Radrunde auf den umliegenden Wegen variabel je nach Tempo Wer die Seen nur als Kulisse will

Die Zahlen für die Hauptvariante sind gesichert: 11 Kilometer, 50 Höhenmeter, rund 2,5 Stunden. Alles andere ist Schätzung und hängt davon ab, wie oft Sie stehen bleiben. Und Sie werden stehen bleiben. Garantiert.

beginnt oder endet. Klein, ruhig, mit Bahnanschluss über die Werdenfelsbahn. Wer hier übernachtet, ist morgens vor den Tagesgästen am Wasser — und das ist an einem Sommersonntag ein Unterschied, der sich in Minuten bemisst, die Sie nicht in einer Menschentraube stehen.

Für die Anreise mit dem Auto gilt: Parkplätze sind begrenzt, und an schönen Wochenenden füllen sie sich früh. Wer um neun Uhr kommt, findet etwas. Wer um elf kommt, sucht.

Was bleibt

Die Osterseen sind einer dieser Orte, die man unterschätzt, weil die Zahlen so harmlos klingen. Elf Kilometer. Fünfzig Höhenmeter. Zweieinhalb Stunden.

Was in diesen Zahlen nicht steht: dass Sie an einem Werktag im Oktober allein an einem Ufer stehen können, das Wasser so klar, dass Sie jeden Stein am Grund sehen, und dahinter die Alpen. Dass dieselbe Stelle im Juli einem Freibad gleicht. Und dass dazwischen, irgendwo, ein schmaler Weg liegt, an dem Sie sich entscheiden müssen, ob Sie den Kinderwagen kurz hochheben oder jemanden fragen.

Beides ist in Ordnung. Nur die Erwartung sollte stimmen.

Melanie Werner

Melanie Werner

Melanie Werner arbeitet seit rund zehn Jahren als Journalistin. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf die Themen Wohnen, Reisen und Freizeitgestaltung, wobei sie unter anderem über Einrichtungstrends, Urlaubsziele und nachhaltige Freizeitaktivitäten schreibt.

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